HilfsaktionHand in Hand in AfrikaIn Zusammenarbeit mit der Fernsehzeitschrift Funk Uhr unterstützen die Reformhäuser die Hilfsaktion „Hand in Hand für Afrika“, die vor fünf Jahren ins Leben gerufen worden ist. Der rote Staub wirbelt über die Straße, Schwester Gabriele sitzt dicht hinter ihrem Lenkrad des Jeeps und drückt ihren Fuß fest aufs Gaspedal. Es ruckelt, der Motor heult auf und sie lächelt. Ausgeglichen wie immer – trotz all der Hektik. Die 73-jährige Ärztin wird dringend in der Erste-Hilfe-Station in Mbinga erwartet. Helfen – das ist ihr Leben. Die Ordensschwester ist das Herz der großen Aktion „Hand in Hand für Afrika“ von Funk Uhr.
Die Fernsehzeitschrift hat das Hilfsprojekt 2006 nach einer Idee des Chefredakteurs Jan von Frenckell ins Leben gerufen. Dadurch ist ein Apothekensystem in Mbinga, im Südwesten Tansanias, entstanden, das 300 000 Menschen medizinisch besser versorgt. Um die Umsetzung vor Ort kümmert sich das Hilfsbündnis „Aktion Deutschland Hilft“ gemeinsam mit dem Medikamentenhilfswerk „action medeor“. Die neuform unterstützt die nachhaltige Hilfe seit zwei Jahren mit Spenden und Aktionen. Medizinische HilfeJeden Tag ist die Wartebank vor der Erste-Hilfe-Station in Mbinga voll besetzt mit Patienten. Viele kommen zu Fuß von weit her, einige sind Stunden unterwegs, um endlich medizinische Hilfe zu erhalten. Sie haben gebrochene Knochen, Lungenentzündungen und Fieber. Krankheiten, die in Deutschland gut zu behandeln sind, werden in Ostafrika schnell lebensbedrohlich, wenn entsprechende Medikamente fehlen. Bis zum Start von „Hand in Hand für Afrika“ gab es Arzneien in der Region um Mbinga nur sporadisch. Immer wieder kam es vor, dass an Marktständen ungetestete oder wirkstofffreie Tabletten angeboten wurden. Arzneimittel in guter QualitätDie Gegend gehört zu den ärmsten der Welt. In Tansania liegt der durchschnittliche Monatslohn bei etwa 30 Euro. Davon müssen die Familien noch Miete zahlen und Schulgeld für die Kinder. In ihren Häusern gibt es weder Strom noch fließend Wasser, keinen Ofen, keine Toilette und selten ein Bett für jeden. Die kleine Joyce teilt sich eins mit ihrer Schwester. Das achtjährige Mädchen leidet seit seinem ersten Lebensjahr unter Malaria. Ihr zierlicher Körper muss immer wieder gegen 40 Grad Fieber kämpfen. Im Jahr 2006 haben Funk Uhr-Reporter das Kind zum ersten Mal gesehen. Seit dem Start von „Hand in Hand für Afrika“ kann es endlich medikamentös behandelt werden. Sonst wäre Joyce heute wohl nicht mehr am Leben. Wenn die roten Blutkörperchen immer weniger werden, können die Organe nicht mehr ausreichend mit Sauerstoff versorgt werden. Als Kleinkind wurde sie immer schwächer und erkrankte auch noch an Typhus.
Dank „Hand in Hand für Afrika“ ist Joyce, die inzwischen in die Schule geht, nun regelmäßig bei Schwester Gabriele in Behandlung. „Ich verabreiche ihr Malaria-Sirup, damit wir die Parasiten in den Griff bekommen“, sagt Schwester Gabriele. Als Leiterin der großen Zentralapotheke in Mbinga bestellt sie Medikamente bei „action medeor“ in Dar es Salaam. Jeder Euro kommt anSeit dem Start des Hilfsprojektes sind genau 90 Lastwagen-Lieferungen nach Mbinga gebracht worden. In den Kartons befinden sich zum Beispiel Schmerzmittel, Antibiotika oder Einwegspritzen. Das Medikamentenhilfswerk stellt die Arzneien in guter Qualität und zu günstigen Preisen bereit. Von Mbinga aus werden die Mittel an 17 abgelegene Außenstellen verteilt. Dadurch können Leben wie das der kleinen Joyce gerettet werden. Das Schicksal dieses Kindes steht stellvertretend für tausende Mädchen und Jungen in Tansania. Das Besondere an der Hilfsaktion „Hand in Hand für Afrika“ ist, dass die Spender genau erfahren, wo jeder Euro eingesetzt wird. Die großen Erfolge des Jahres 2011: Es gab 27 Medikamenten-Lieferungen nach Mbinga, zudem wird auch das Kinderheim St. Loretto unterstützt. „In diesem Jahr haben wir mit ,Hand in Hand für Afrika’ verstärkt die Mutter-Kind-Medizin unterstützt, da die Geburten noch immer ein sehr hohes Risiko darstellen: Jede zehnte Frau stirbt, wenn sie ein Kind zur Welt bringt“, sagt Dr. Gerhard Kunath von „action medeor“, der regelmäßig vor Ort ist und zum Beispiel die Kassenbücher kontrolliert. „Ich bin sehr zufrieden. Die Apotheke ist finanziell gut geführt und die Lagerung der Medikamente stimmt.“ Die Idee ist, dass sich die Apotheke irgendwann selbst trägt. Das funktioniert so: Die Apotheker geben die Medikamente für kleines Geld an die Patienten weiter und stocken so die Kasse auf, um neue Mittel ordern zu können.
Gute Fachkräfte sind entscheidend für die Nachhaltigkeit des Projektes. Deshalb werden die Spendengelder auch in Weiterbildungen der Mitarbeiter investiert. Insgesamt 19 Krankenschwestern und Pfleger haben bisher Kurse erhalten, zum Beispiel zu Hebammen oder um das Thema Buchhaltung zu vertiefen. Es gibt wichtige ehrenamtliche Unterstützung aus Deutschland: Ein Beispiel ist die Apothekerin Claudia Bachmann (53) aus Kelkheim. Sie reiste bereits 2009 ehrenamtlich nach Mbinga, um „Hand in Hand für Afrika“ zu unterstützen und nutzte ihren Urlaub, um 14 Pharmazeuten, Ärzte und Krankenschwestern zu schulen. Nun ist sie dabei, den nächsten Trip für Anfang 2012 zu planen. Schwester Gabrieles großes Engagement Schwester Gabriele ist sehr dankbar für diesen Einsatz und die Spendengelder: „Das hilft uns sehr. Nur durch die Unterstützung aus Deutschland ist es uns möglich, die Not zu lindern.“ Sie geht als Vorbild voran und lebt ihr Leben für die anderen. Vor 33 Jahren ist sie nach Tansania gekommen – und geblieben, weil ihr die Menschen am Herzen liegen. „Ich schicke niemanden nach Hause“, sagt Schwester Gabriele. „Ich arbeite, bis keiner mehr wartet.“
Alle drei Jahre kommt sie für einen Heimatbesuch nach Deutschland. „Das größte Aha-Erlebnis habe ich, wenn ich einen Wasserhahn aufdrehe. Es kommt Trinkwasser in bester Qualität heraus. Heiß oder kalt – wie ich es gern hätte“, sagt sie. „Ich muss dann sofort daran denken, dass viele Menschen in Afrika kilometerweit laufen müssen, um überhaupt an eine Wasserstelle zu kommen.“ Diese Erfahrung zeigt, wie selbstverständlich vieles für uns ist, zum Beispiel die Versorgung mit Medikamenten. Bei „Hand in Hand für Afrika“ kann man für dieses Ziel schon mit kleinen Beträgen Großes leisten. Ein Beispiel: 1000 Antibiotika-Tabletten kosten 11,62 Euro. Helfen auch Sie – und schenken Sie mit „Hand in Hand für Afrika“ Kindern wie Joyce die Chance auf eine gesunde Zukunft! Mirja Rumpf Tansania: Zahlen, Daten, Fakten
Tansania liegt an der Ostküste Afrikas und gehört zu den ärmsten Ländern der Welt. Das durchschnittliche Jahreseinkommen beträgt etwa 360 Euro. Besonders schlecht steht es um die gesundheitliche Versorgung: Die Lebenserwartung der Männer liegt bei 50 Jahren, die der Frauen bei 52. Bei Kindern unter fünf Jahren ist Malaria die häufigste Todesursache. |

Das Spendenkonto:Aktion Deutschland Hilft
Kontonummer 11 22 33
Bank für Sozialwirtschaft
Bankleitzahl 370 220 50
Stichwort: Tansania
(bitte unbedingt angeben!)
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