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Lebensmittel-Tipps für den Einkauf

Wissen, was gesund ist

Auf Lebensmitteln stehen immer mehr Zahlen, Prozentangaben und Nährwerte, heiß diskutiert wird außerdem die farbliche Ampel-Darstellung. Wir stellen die wichtigsten Kennzeichnungen vor. Diesmal: die sogenannten GDA.

Auf der Verpackung von Lebensmitteln findet man bereits Angaben zu Zutaten und unter bestimmten Voraussetzungen auch Nährwerte. Verbraucherschützer fordern darüber hinaus, Produkte so zu kennzeichnen, dass Kunden auf den ersten Blick erkennen, ob sie gesund sind oder nicht.

Hintergrund ist die stetig wachsende Zahl an Menschen, die sich nicht ausgewogen ernähren. Um hier einer gesetzlichen Regelung zuvorzukommen, hat sich die Lebensmittelindustrie in Europa auf eine freiwillige Kennzeichnung verständigt. Auf die sogenannten GDA, die Guideline Daily Amounts, auf Deutsch: „Richtwerte für die tägliche Zufuhr.”

altAuf vielen Produkten stehen inzwischen Angaben zu

  • Energie
  • Protein
  • Kohlenhydraten
  • Zucker
  • Ballaststoffen
  • Fett
  • gesättigten Fettsäuren
  • Kochsalz

Die Angaben erfolgen zum einen in Gramm, zum anderen – und das ist das Besondere an diesen GDA – mit der Angabe, wie viel Prozent des Tagesbedarfs eines Menschen davon abgedeckt werden. Dargestellt in einer Tabelle, oft aber auch in Form von „Tönnchen”. Bezugsgröße ist dabei immer eine Portion des jeweiligen Lebensmittels.

Klarheit

Auf Reformhaus-Produkten finden Sie Zutaten und Nährwerte. Auf Angaben, die Produkte künstlich gesund rechnen, wird bewusst verzichtet.

Umstrittene Bezugsgrößen


Als Basis hat die Industrie den Nährstoffbedarf einer normalgewichtigen Frau gewählt. Für alle anderen – Männer, Senioren, Sportler oder Kinder – stimmen die Angaben also nur eingeschränkt. Außerdem wird beim Fett die empfohlene Tageszufuhr bei 70 Gramm angesiedelt, was aber eigentlich als Obergrenze gilt. Bei einer vorausgesetzten Tageszufuhr von 270 Gramm Kohlenhydraten handelt es sich dagegen um einen erstrebenswerten Mindestwert. Verbraucher erfahren über diese Hintergründe allerdings nichts.

altBesonders die Angaben zum Zuckergehalt stehen in der Kritik. Die Lebensmittelindustrie hat als zulässige Obergrenze für Zucker 90 Gramm für eine Frau veranschlagt. Doch die Weltgesundheitsorganisation WHO hält nicht mehr als zehn Prozent der täglichen Energiezufuhr durch Zucker für tolerierbar. Das wären bei einer Energiezufuhr von 2000 kcal nur 50 Gramm.

Bei den GDAs hat man nun zu diesen 50 Gramm einfach die natürlichen Zucker addiert, die eine Frau schätzungsweise über Obst, Gemüse und Milchprodukte aufnimmt. Durch diesen Rechentrick kommt als empfehlenswerte Tageszufuhr für Zucker ein höherer Wert zustande, nämlich die genannten 90 Gramm.

Dadurch fällt auch die anteilige Berechnung des Zuckergehalts eines Produkts ganz anders aus: 10 Gramm Zucker bezogen auf eine Tageszufuhr von 50 Gramm sind 20 Prozent, bezogen auf 90 Gramm dagegen nur 11 Prozent.

Zudem werden damit die natürlichen Zucker, die aus empfehlenswerten Lebensmitteln wie Obst und Gemüse stammen, mit Zucker aus Süßigkeiten etc. gleichgesetzt. Aus gesundheitlicher Sicht ist das allerdings ein erheblicher Unterschied, denn Obst und Gemüse liefern noch jede Menge Begleitstoffe wie Vitamine, Ballaststoffe und sekundäre Pflanzenstoffe.

Augenwischerei statt Information

Für Verbraucher außerdem wenig aussagekräftig: die Portionsangaben. Sie sind nicht einheitlich definiert und werden passend fürs Produkt gestaltet. Bei Chips werden zum Beispiel unrealistisch kleine Portionen aufgeführt, nämlich 25 Gramm.

So ist dann natürlich auch die Fettzufuhr rein rechnerisch gering. Doch wer isst, wenn er mal zu Chips greift, tatsächlich nur eine Handvoll davon? Es ist sicher sinnvoll, sich über Nährstoffgehalte eines Produktes genau informieren zu können. Mit verwirrenden Bezugsgrößen liefern die GDA nur bedingt alltagstaugliche Informationen über ein Lebensmittel.

Ulrike Becker

 

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